Direkt zum Inhalt

Abfallwege und -mengen im Landkreis Kassel

Eine Gebühr – viele Leistungen

Wir holen das ab.
228.000 Abfallbehälter werden regelmäßig in den 28 Städten und Gemeinden des Landkreises Kassel von uns geleert.
Neben der Leerung der Behälter für Restabfall, Altpapier und Bioabfall bieten wir die Abholung von Sperrmüll, Elektrogeräten und Metall an. An festgelegten Terminen können zusätzlich die Schadstoffe in jeder Gemeinde oder Stadt sowie an unseren Entsorgungszentren während der Schadstoffannahme abgegeben werden. Alle diese Leistungen sind in der Abfallgebühr enthalten.

Abfallwege im Landkreis Kassel

Jährlich insgesamt 573 kg Abfall pro Kopf im Landkreis Kassel
Zukünftige Generationen sind darauf angewiesen, dass wir heute mit unserer Umwelt sorgsam umgehen. Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht! „Die Wiederaufbereitung und das Recycling von Abfällen kostet Energie, bringt aber viele Wertstoffe zurück in den Wirtschaftskreislauf“, erklärt Betriebsleiter Uwe Pietsch. „Die Vermeidung und ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Abfällen steht bei uns an erster Stelle“, ergänzt Pietsch.

Bioabfall – 216 kg Bioabfall pro Kopf und Jahr
Wir sind Spitzenreiter in Hessen! Die eingesammelten Bioabfälle werden auf unseren Biokompostierungsanlagen in Hofgeismar, Fuldatal und Lohfelden weiterverarbeitet. Durch eine kombinierte Vergärungsanlage wird gleichzeitig Energie genutzt, welche in den Bioabfällen enthalten ist und im Anschluss wertvoller Kompost erzeugt. Durch diesen Verwertungsweg werden fossile Energieträger, wie Kohle und Erdgas, ersetzt.
Nach der Kompostierung wird der Kompost beprobt und mehrfach gesiebt. Die Siebreste werden als Ersatzbrennstoff in Kraftwerken energetisch verwertet.
Der fertige Qualitätskompost ist gleichzeitig das Ausgangsmaterial für die Herstellung weiterer Qualitätserden, wodurch zur Einsparung von Torf beigetragen wird.

Restabfall – 158 kg Restabfall pro Kopf und Jahr
Nach der Leerung wird der gesamte Restabfall zu den Entsorgungszentren in Hofgeismar und Lohfelden gebracht. Um die Transportwege so kurz wie möglich zu halten, wird der Abfall in deutlich größere Lastwagen umgeladen und zu einer Sortieranlage gebracht. Anschließend werden aus den Abfällen alle recycelbaren Materialien aussortiert (z.B. Metalle). Der Rest wird als Ersatzbrennstoff energetisch von einer Papierfabrik genutzt und gleichzeitig verwertet. Auch das spart fossile Energien.

Papier – 81 kg Altpapier pro Kopf und Jahr
Ein leerer Karton wiegt nicht viel. Dennoch fallen die Papierabfälle, auch durch den Einfluss des Versandhandels, in der Summe ins Gewicht. Der Inhalt der Papierbehälter wird in externen Anlagen in der Region sortiert, aufbereitet und verwertet. Der „Blaue Engel“ oder der Schriftzug „100 % Altpapier“ symbolisiert, dass das Papier mindestens einmal aufbereitet wurde. Über 25 Mal kann so das Altpapier zu umweltfreundlichem Papier und Pappe recycelt werden.

Verpackungsabfall – 30 kg pro Kopf und Jahr
Verantwortlich für die Einsammlung und Verwertung gebrauchter Verpackungen ist nicht der Landkreis Kassel, sondern die Hersteller und Produzenten, welche Verpackungen in den Handel bringen. Diese bezahlen eine Lizenzgebühr an ein Rücknahmesystem („Duales System“), welches die Einsammlung und Verwertung von Verpackungen organisiert. Die Lizenzgebühr wird vom Verbraucher, beispielsweise durch den Kauf eines Joghurtbechers, an der Ladenkasse bezahlt. Ungefähr 55 % der richtig entsorgten Verpackungsmaterialien wird recycelt. Der Rest wird energetisch verwertet und besteht aus so genannten stoffgleichen Nichtverpackungen (z.B. Haushaltseimer) und Störstoffen (z.B. Windeln) die nicht in die Gelbe Tonne gehören.

Weitere Abfälle
Nicht ungeachtet bleiben weitere 88 kg Abfall pro Kopf und Jahr. Diese ergeben sich aus weiteren Abfällen, wie Verpackungen aus Glas, Sperrmüll, Elektrogeräte, Metalle und Schadstoffen.

Richtig sortieren
Nach einer neusten Studie des Umweltbundesamts wurden im Durchschnitt ca. 67 % der Restabfälle im Behälter falsch getrennt. Davon waren 39 % Bioabfälle, 27,50 % der Abfälle hätten recycelt werden können (z.B. Papier, Verpackungsmaterialien, Elektroaltgeräte) und 0,5 % waren Schadstoffe (z.B. Batterien, Akkus, flüssige Lackreste, Lösemittel, Energiesparlampen).
Nur durch die richtige Sortierung der Abfälle können diese verwertet werden, was neben der Abfallvermeidung, nur durch die Mithilfe aller Verbraucher*innen möglich ist.

Unsere Tipps zur Abfallvermeidung
Nutze, was du hast! Aber auch durch einen bewussten Einkauf können Abfälle leicht vermieden werden.
•    Langlebige Produkte bevorzugen
•    Mehrweg statt Einweg
•    Online-Käufe vermeiden
•    Unverpacktes bevorzugen
•    Jutesack statt Plastiktüte
•    Großverpackungen statt Kleinstverpackungen
•    Brotdosen, Trinkflaschen oder –becher zum Wiederbefüllen nutzen

Abfallvermeidung - Mehr erfahren