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Photovoltaikanlage

Bei der Nutzung eines alten Deponiekörpers darf das Abdichtungssystem nicht durch den Bau der Photovoltaikanlage beschädigt werden, Hierdurch entsteht ein höherer Planungs- und Konstruktionsaufwand als bei herkömmlichen Freiflächenanlagen an. Obwohl es in Hessen kein Förderprogramm wie in anderen Bundesländern für eine derartige Nutzung alter Deponien gibt, ist die Deponie Kirschenplantage bereits die siebte Deponie in Hessen, auf der eine Photovoltaikanlage errichtet wird.

Die ökologischen Vorteile sind groß und vielfältig:

Da stillgelegte Deponien günstige Standorte zur Erzeugung erneuerbarer Energien sind, hatte der Kreistag bereits 2011 beschlossen, die Nutzung von Solar- und Windenergie am Standort Kirschenplantage zu überprüfen. Die Prüfungen ergaben, dass beide Nutzungen technisch möglich und wirtschaftlich zu betreiben sind. Auf die Errichtung einer Windkraftanlage wurde aber aus Gründen des Naturschutzes verzichtet, da die dort vorkommenden roten und schwarzen Milane nicht gefährdet werden sollten.

Mit dem Betrieb von Photovoltaikanlagen auf dem EZK können nun neue Energieformen auf verträgliche und sinnvolle Art in die Landschaft integriert werden:
•    Erzeugung von  ca. 2,5 Mio kWh Strom aus erneuerbaren Energien
•    Verminderung der CO2 Emission um ca. 2.000 t/a
•    Rückführung von vorgenutzten Flächen in den Wirtschaftskreislauf   (Flächenrecycling, keine Flächenkonkurrenz zu landwirtschaftlicher Nutzfläche) Nutzung von brachliegenden Flächen unter Ausschluss der Flächenkonkurrenz zu landwirtschaftlichen Nutzflächen
•    Laut landschaftspflegerischem Begleitplan keine Beeinträchtigungen der natürlichen Schutzgüter Boden, Wasser, Luft, Flora und Fauna.
•    Laut eigens erstellter „Sichtbeziehungsstudie“ keine Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes

Die Wirtschaftlichkeit wird mit einem differenzierten Nutzungskonzept optimiert: Die Leistung der Photovoltaikanlagen wurde auf Basis eines langjährigen Mittelwertes der vom Deutschen Wetterdienst gemessenen Solarstrahlung am Standort Hofgeismar ermittelt. Würde 100 % des erzeugten Stroms in das öffentliche Netz eingespeist und eine Einspeisevergütung nach EEG erzielt, hätte die gesamte Photovoltaikanlage eine Amortisationszeit von 15,5 Jahren. Dieser Zeitraum liegt unterhalb des gesetzlich zugesicherten Einspeisevergütungszeitraums von 20 Jahren. Damit ist die grundsätzliche wirtschaftliche Machbarkeit des Vorhabens gesichert.

Optimierung durch Eigenstromnutzung: Die Wirtschaftlichkeit der Anlage wird durch Eigenstromnutzung nochmals deutlich verbessert, da die Stromgestehungskosten (sämtliche Kosten und Gebühren inkl. Betriebskosten während der Laufzeit) der neuen Photovoltaikanlagen deutlich unterhalb der  aktuellen Strombezugskosten (= Einkauf von Strom) liegen. Die eigene Nutzung des selbst erzeugten Sonnen-Stroms bedeutet eine Abkopplung von künftigen Strompreiserhöhungen. Die zusätzlichen wirtschaftlichen Vorteile der nächsten Jahre sind damit schon vorgezeichnet.
Es wurde untersucht, wie viel Strom im Entsorgungszentrum Kirschenplantage direkt verbraucht werden kann und welche Menge des dann „überschüssigen“ Stroms in anderen Anlagen der Abfallentsorgung Kreis Kassel bzw. auch in  landkreiseigenen Anlagen (z.B. Schulen) genutzt werden kann. Bei einer Eigenstromnutzung kann der Strom nur in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Erzeugeranlage verbraucht werden. Zur Versorgung von anderen Einrichtungen des Landkreises Kassel muss das öffentliche Stromnetz genutzt werden. Die hierfür zusätzlich anfallenden Gebühren und Aufschläge, die den Stromgestehungskosten zugerechnet werden, müssen den Strombezugskosten, der zu versorgenden Liegenschaften, gegenüber gestellt werden.

Optimierung durch Direktvermarktung: Das EEG bietet Anlagenbetreibern hierfür auch die Möglichkeit, den Strom regional direkt zu vermarkten. Dies kann die Stromversorgung von Dritten in größerem Abstand zur Erzeugeranlage sein. Als Dritte können die Anlagen der Abfallentsorgung Kreis Kassel an anderen Standorten und Gebäude des Landkreises Kassel, z.B. die Kreisverwaltung und die Schulen, mit diesem Öko-Strom versorgt werden. Für die Nutzung des öffentlichen Netzes fallen Gebühren und Zuschläge an, die den reinen Stromgestehungskosten zugeschlagen werden, die EEG-Umlage muss für diesen Strom nicht entrichtet werden. Die Kosten für den direkt vermarkteten Solarstrom sind schon heute mit den Kosten für den Strombezug des Landkreises Kassel konkurrenzfähig. Unter der Berücksichtigung zukünftiger Strompreiserhöhungen ergeben sich auch für diese Art der Solarstromnutzung interessante Optionen die weiterverfolgt werden sollten.

Volkswirtschaftliche Vorteile:

Die Abfallentsorgung Kreis Kassel geht davon aus, dass der im Winterhalbjahr erzeugte Strom zu 100 % selbst verbraucht bzw. direkt vermarktet wird. Von dem  im Sommerhalbjahr  erzeugten Strom wird ein geringer Prozentsatz in das öffentliche Netz mit Förderung nach EEG eingespeist werden. Auf das gesamte Jahr umgerechnet liegt dieser Anteil bei ca. 10 %. Durch diese anteilig geringe Förderung über die EEG-Vergütung gewinnt die Anlage zusätzlich an Akzeptanz, da die Allgemeinheit entlastet wird.

 

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