Positionspapier (Pdf.-Datei)
Konzept Graue Wertstofftonne
Ansprechpartner
Jörg Hezel
Tel.:0561/1003-1130
E.-Mail:
joerg.hezel@kreiskassel.de
Hauptbereich
Die Graue Wertstofftonne
Fortentwicklung des Recyclings
Nicht nur die Abfälle aus den Getrenntsammelsystemen, wie Bioabfälle, Altpapier, Verpackungen, Elektronikschrott etc. werden in Deutschland recycelt. Mittlerweile werden auch die Restabfälle nachträglich sortiert. Die Gewinnung von Metallen ist Standard. Darüber hinaus werden in Deutschland mindestens ein Drittel der Restabfälle über sogenannte „Stoffstromsplittinganlagen“ aufbereitet. Die Verwertungsquote dieser Anlagen erreicht nach den Kriterien des Kreislaufwirtschaftsgesetztes (KrWG) bis zu 100%. Aufgrund des Verwertungspotentials, das noch in der Restmülltonne vorhanden ist, muss sie als „Graue Wertstofftonne“ angesehen werden.
Arbeitsgemeinschaft Graue Wertstofftonne
Die „Arbeitsgemeinschaft Graue Wertstofftonne“ ist ein Zusammenschluss von öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern, privaten und öffentlichen Abfallverwertungsanlagen und abfallwirtschaftlichen Organisationen, die sich zum Ziel gesetzt haben, Restabfälle und die darin enthaltenen Wertstoffe im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) möglichst hochwertig zu verwerten und effiziente Sammel- und Sortiersysteme zu entwickeln.
Vor diesem Hintergrund muss die Einführung eines weiteren Getrenntsammelsystems, wie es im §14 KrWG ab dem 01.01.2015 vorgeschrieben ist – Stichwort: „Wertstofftonne“ –, kritisch hinterfragt und gleichwertige Alternativen, wie das Recycling aus Restabfällen – „Graue Wertstofftonne“ – geprüft werden. In den Verordnungsermächtigungen der §§ 10 und 25 KrWG ist eine „einheitliche Wertstofferfassung in vergleichbarer Qualität“ als Alternative zur Wertstofftonne ausdrücklich vorgesehen.
Die „Arbeitsgemeinschaft Graue Wertstofftonne“ hat sich daher das Ziel gesetzt, über Ökobilanzen und Qualitätsbetrachtungen die Gleichwertigkeit einer Grauen Wertstofftonne nachzuweisen. Bereits durchgeführte Versuche haben gezeigt, dass durch eine einfache Erweiterung der Sortiertechnik wesentlich mehr Wertstoffe aus dem Restabfall zum Recycling separiert werden können, als das Bundesumweltministerium als Ziel für die separate Wertstofftonne gesetzt hat. Dabei könnten auch Leichtverpackungen, statt im Gelben Sack, im Restabfallbehälter gesammelt und anschließend aussortiert und verwertet werden.
Ökologisch und ökonomisch sinnvolles Recycling
Die Graue Wertstofftonne ist eine Alternative für Gebietskörperschaften, die wegen einer funktionierenden Bioabfalltrennung trockene und sortierfähige Restabfälle besitzen und ihre Restabfälle ohnehin schon sortieren. Ein weiterer (vierter) Abfallbehälter als Wertstofftonne würde insbesondere in ländlichen Gebieten einen erheblichen logistischen Mehraufwand verursachen. Die Graue Wertstofftonne wäre in diesen Fällen nicht nur die ökologisch, sondern auch die ökonomisch sinnvollere Variante.
Ein zukünftiges Wertstoffgesetz, dass die bisherige Verpackungsverordnung ersetzen und erweitern soll, muss die Möglichkeit einer Grauen Wertstofftonne berücksichtigen. Generell sollte das Gesetz lediglich Verwertungsquoten vorsehen. Wie diese erreicht werden, sollten die Kommunen vor Ort in Abhängigkeit ihrer Rahmenbedingungen entscheiden.
Praxisversuch zur weiteren Wertstoffentfrachtung von Hausmüll
Um das Potential des Systems Graue Wertstofftonne auszuloten, initiierten die Abfallentsorgung Kreis Kassel, Eigenbetrieb des Landkreises Kassel sowie der Abfallzweckverband Südniedersachsen gemeinsam mit der B + T Umwelt GmbH, Alsfeld, einen Versuch zur weiteren Wertstoffentfrachtung des Hausmülls als mögliche Alternative zur Wertstofferfassung mittels Wertstofftonne. Mit der wissenschaftlichen Begleitung wurde das Witzenhausen-Institut beauftragt.
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