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Bioabfallaufkommen auf Rekordstand!

Nachricht vom: 06.02.2018 - 14:26 Uhr

Landkreis Kassel seit Jahren Spitzenreiter

Die kürzlich vom Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vorgestellte Abfallmengenbilanz des Landes Hessen 2016 verzeichnet für den Landkreis Kassel mit 224 Kg je Einwohner und Jahr das höchste Pro-Kopf-Aufkommen an getrennt erfassten Bioabfällen (hessischer Durchschnitt 139 kg) in Hessen. „Der Landkreis Kassel ist auf einem sehr guten Weg“, kommentiert Vizelandrätin Susanne Selbert dieses Ergebnis, „mit unseren hohen Recyclingquoten ersetzen wir natürliche Ressourcen, sparen Rohstoffe und Energie und tragen damit zum Klimaschutz bei.“

25 Jahre ist es her, dass im Landkreis Kassel Biotonnen eingeführt wurden, bundesweit ist die getrennte Bioabfallsammlung erst seit 2015 verpflichtend.

Jährlich verarbeiten wir circa 53.000 t Bio- und Grünabfälle in drei Biokompostierungsanlagen in Fuldatal, Hofgeismar und Lohfelden und seit 2011 auch in einer Vergärungsanlage. Mit 32.000 t Input jährlich gehört die Vergärungsanlage in Lohfelden zu den größten in Hessen. Es werden 15.000 t Qualitätskompost  erzeugt, der Hobbygärtnern, Landwirten und Gartenbaubetrieben als Dünger und Bodenverbesserer dient und das wertvolle Ausgangssubstrat für die Herstellung unserer Erden aus dem Landkreis Kassel ist. Ca. 2 Mio. Normkubikmeter Biogas wird erzeugt, welches einen Teil des Strom- und Wärmebedarfs der Gemeinde Lohfelden deckt.

„Biogas aus 1 t Bioabfall spart 150-200 kg CO2 und verringert damit die Erderwärmung“, erläutert Uwe Pietsch, Betriebsleiter des Eigenbetriebes Abfallentsorgung Kreis Kassel, „im Gegensatz zu Sonne und Wind steht Bioenergie ganzjährig zur Verfügung und hat damit bei der Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien eine Schlüsselrolle, Bioenergie gleicht Schwankungen im Stromnetz aus.“

In der Lohfeldener Anlage wird Strom und Wärme zu 100 % aus Bioabfällen und Reststoffen erzeugt. Das ist umweltfreundlicher als der Anbau von Energiepflanzen mit Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Klimafreundliches Biogas und umweltfreundliche Qualitätskomposte setzen aber voraus, dass die Bioabfälle nicht in Plastiktüten oder Plastikverpackungen in die Biotonnen gegeben werden. Alle Verunreinigungen wie etwa Plastiktüten müssen auf den Biokompostierungsanlagen wieder aussortiert werden, dabei gehen oft auch die wertvollen Bioabfälle verloren. Als Alternative zu Plastiktüten bieten wir über die Rathäuser der Städte und Gemeinden kompostierbare Biobeutel für 1,00 € pro Rolle a 25 Stück an, die den gleichen Komfort wie herkömmliche Plastiktüten bieten. Auch Zeitungspapier kann zum Einwickeln der Biobeutel genutzt werden.

Die Abfallmengenbilanz des Landes Hessen 2016 steht unter www.umwelt.hessen.de zum Download bereit.

 

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