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Zu viel Plastik und Glas in den Biotonnen

Nachricht vom: 29.05.2018 - 07:57 Uhr

BiogutRADAR: Witzenhausen-Institut überprüft Biotonnen nach neu entwickeltem System.

Zu viele Plastiktüten und  -verpackungen sowie Glas in den Biotonnen stellen die Biokompostierungsanlagen zunehmend vor Probleme.
 Im Hinblick auf die Aussortierung von Störstoffen stößt die vorhandene Technik an ihre Grenzen.
Zwar nutzen 90 % der Haushalte im Kreisgebiet eine Biotonne, was im bundesweiten Vergleich als vorbildlich gilt, „aber das allgemein nachlassende Interesse an richtiger Getrenntsammlung hat auch bei uns zu höheren Verunreinigungen in den Bioabfällen geführt“, so Uwe Pietsch, Betriebsleiter der Abfallentsorgung Kreis Kassel.  „Um die strengen gesetzlichen Anforderungen für das Endprodukt, einen gütegesicherten Kompost, zu erreichen sind sauber getrennte Bioabfälle ohne Plastik, Glas und andere Fremdstoffe eine zwingende Voraussetzung.“

Zur Überprüfung der Fremdstoffgehalte in den Biotonnen beauftragten wir das Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie. Ziel war, die Adressen mit besonders schlecht befüllten Biotonnen zu finden und eine Verbesserung zu bewirken.
 
Mit Hilfe eines, vom Witzenhausen – Institut entwickelten, BiogutRADARS wurde die genaue Zusammensetzung der Bioabfälle in verdichteter Bebauung ermittelt. Vorab waren Flyer und Plakate verteilt worden, um die Bewohner nochmals über die richtige Getrenntsammlung zu informieren.

Die Bioabfälle waren – trotz der vorherigen Infos – weiterhin verunreinigt. Der Anteil der nicht in die Biotonne gehörenden Materialien lag durchschnittlich bei 8,8 Gewichtsprozenten. In jeder zweiten Biotonne fanden sich normale Plastiktüten, die zwar Bioabfälle enthielten, aber nicht kompostierbar sind. In jeder vierten Biotonne wurden Verpackungen festgestellt, die ebenfalls Bioabfälle enthielten. Weder die Bioabfälle in den Plastiktüten noch die in den Verpackungen sind jedoch verwertbar. Da diese Menge der vorhandenen "Fremdstoffe", wie bereits beschrieben, ein erhebliches Problem bei der weiteren Verwertung darstellen, besteht hier ein erheblicher Handlungsbedarf.
„Wir bieten als Alternative zur Plastiktüte sehr preiswerte kompostierbare Biobeutel über die Rathäuser der Städte und Gemeinden an“, so Uwe Pietsch. Auch Papiertüten können zur Sammlung genutzt werden. Wenn sich allerdings die Sortierqualität trotz aller Angebote und Infos nicht verbessert, können wir diesen Grundstücken ggf. keine Biotonne mehr zur Verfügung stellen".

(JW)

 

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